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Mein Home Server – Ein erstes Fazit

home_server_top

Lange hat es gedauert, aber hier ist es endlich – ein erstes Fazit zu meinem selbst gebautem Home Server. Wer einen Blick auf meinen Schreibtisch geworfen hat, konnte den Server ja bereits im Einsatz sehen. Mittlerweile steht dieser nicht mehr auf meinem Schreibtisch, sondern in meinem Eck Regal ;)

Ich schreibe einfach mal ein paar Punkte runter, welche interessant sein könnten.


Hardware

Hardwareseitig gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen. Das Ganze basiert auf einem Mini –ITX Mainboard von ASRock mit Nvidia ION Chipsatz und Atom 330 CPU.

ASRock_A330ION

Das ist in etwa die Hardware, die auch in den meisten aktuellen Netbooks steckt, nur eben mit etwas leistungsstärkerer Grafikkarte. Das ASRock Mainboard habe ich eigentlich auch nur deshalb gewählt, weil es 4 S-ATA Ports verbaut hat und somit ein Raid aus 3 Festplatten zulässt. Nachteil ist hier der recht teure und auf solch einem Board eigentlich auch ziemlich überflüssige DDR3 RAM. Von letzterem sind 2GB verbaut.

Als Systemplatte kommt eine kleine 2,5” Festplatte von Western Digital zum Einsatz. Für das Raid habe ich 3 x 1TB 3.5” Festplatten verbaut. Davon stammt eine aus meinem Desktop und zwei wurden neu dazugekauft. Letztere sind beides Western Digital Caviar Green, welche ich für solche Zwecke uneingeschränkt empfehlen kann.

Gehäuse

Das Chenbro Gehäuse hatte ich hier ja bereits gesondert erwähnt. Letztendlich ist das Case zwar nicht gerade günstig, dafür aber seitens Ausstattung und Verarbeitung ungeschlagen.

Chenbro

Es können insgesamt bis zu vier Festplatten in die an der Vorderseite angebrachten Hot-Swap Einschübe verbaut werden. Die Festplatten befinden sich in einem separat gekühlten Bereich und werden von zwei 40mm Lüftern kühl gehalten.

Intern kann zusätzlich noch eine kleine 2,5” Festplatte angebracht werden, welche in meinem Fall für das System verwendet wird. Das Netzteil selbst ist extern, alle benötigten Kabel aber natürlich bereits intern verlegt. An der Vorderseite befinden sich neben diversen Status LEDs noch CardReader, 2 USB-Ports, Infrarot-Schnittstelle und der Einschub für ein Slim DVD-Laufwerk.

Software

Da ich für mein Raid auf ZFS als Dateisystem setzen wollte, standen für mich nur Open Solaris oder FreeBSD zur Auswahl. Letztendlich ist mir die Entscheidung nicht sonderlich schwer gefallen und ich habe mich für FreeBSD entschieden. Da ich mich aus Interesse schon mit so ziemlich jeder gängigen Linux Distribution auseinandergesetzt habe und generell gerne neues ausprobiere, fehlte ein BSD eh noch in meiner Sammlung ;)

freebsd_icon

Gewöhnt habe ich mich sehr schnell an die neue Umgebung, auch weil das Meiste natürlich ähnlich wie in der Linux Welt abläuft und gar keiner großen Umstellung bedarf. Mittlerweile bin ich fast schon zu einem FreeBSD Fan mutiert. Die Dokumentation ist hervorragend, das System sehr Robust, gleichzeitig trivial zu administrieren und ZFS ist ein Traum.

Mit Hilfe von ZFS habe ich mir aus den 3 x 1TB ein raidz gebaut, was grundsätzlich mit Raid-5 verglichen werden kann. Von den Theoretisch 3TB Speicherplatz bleiben mir also 2TB übrig. Dafür kann mir aber eine Festplatte ausfallen, ohne dabei irgendeinen Datenverlust zu erleiden. Ich könnte sogar während eines Kopiervorgangs einfach eine Festplatte entfernen und dieser würde einfach weiterlaufen (nein, das habe ich nicht getestet ;) ). Wer sich für die wirklich coolen Features von ZFS interessiert, der liest sich einfach mal den ZFSQuickStartGuide im FreeBSD Wiki durch.

Samba_logo

Um meine Daten auch im Netzwerk verfügbar zu machen, verwende ich Samba. Diesen als DC zu verwenden macht in einem kleinen Netzwerk wenig Sinn, weshalb ich hier lediglich ein paar Shares mit unterschiedlicher Berechtigung angelegt habe.

munin_logo Server Monitoring wird bei mir mittels Munin erledigt. Munin ist ziemlich einfach zu konfigurieren, bietet aber gleichzeitig alles was das Herz begehrt. Wem irgendetwas fehlt, der kann das System auch durch eigene Skripte erweitern. Die Daten werden letztendlich über ein Browser Interface abgerufen, was dann in etwa wie Folgt aussieht:

munin_server_monitoring

In den Kategorien Disk, Network, Processes, Sendmail, System und Time bekommt man die wichtigsten Informationen auf unterschiedlichen Graphen präsentiert. Für einen kleinen Home Server natürlich etwas overpowered, aber das schadet ja nicht ;)

firefly_media_server_logo Musik kann ich mit Hilfe des Media Servers Firefly über das Netzwerk streamen. Wer ein NAS mit einer solchen Funktionalität besitzt, nutzt vermutlich gezwungenermaßen auch diesen Dienst. Playlisten für iTunes zu erstellen ist damit zwar der absolute Horror, dafür kann Firefly selbst allerdings recht wenig. Praktisch ist vor allem, dass ich so ohne große Umstände meine gesamte Musik Sammlung auch auf meinem Media Center im Wohnzimmer verfügbar machen kann.

Konfiguriert wird der Server natürlich über einen SSH-Tunnel. Eine Grafische Oberfläche würde hier eigentlich auch wenig Sinn ergeben. Geplant ist noch das Einrichten von OpenVPN, wozu ich bisher allerdings noch nicht gekommen bin.

Leistung

Kurz noch ein paar Worte zur Leistung. Reine Rechenleistung benötigt mein Server in der aktuellen Konfiguration natürlich nicht. Lediglich ZFS schluckt einiges an RAM, weshalb mindestens 2GB empfehlenswert sind. Die Atom CPU langweilt sich aber die meiste Zeit über.

Theoretisch eignet sich solch ein System dank recht leistungsstarker Grafikkarte aber auch super als Media Center, selbst für Full HD Wiedergabe. Wer sich eher für diese Richtung interessiert, guckt einfach bei Patrick vorbei.

Interessant ist bei einem Storage Server natürlich die Übertragungsrate über das Netzwerk. Angeschlossen ist der Server natürlich via Gigabit Ethernet. Im Schnitt schiebe ich Daten mit etwa 40MB/s über das Netzwerk.

TeraCopy 

Das ist zwar gegenüber einem Standard NAS < 300€ zwar gut das doppelte an Datendurchsatz, aber bestimmt noch verbesserungswürdig. Mit konstanten 50MB/s wäre ich zumindest schon sehr zufrieden.

Die Verbindung stellt aktuell auch nur ein etwas älteres Cat5e Kabel her. Ob ein besser geschirmtes Kabel auch die Übertragungsrate steigert, kann ich schlecht beurteilen. Da ich meine gesamte Systempartition mit Hilfe von TrueCrypt verschlüsselt habe, ist allerdings allein schon meine interne Übertragungsrate nicht viel höher als die über das Netzwerk ;)

Lautstärke

Für viele sicherlich auch interessant ist die Geräuschentwicklung des Systems. Hier ist man mit einem 0815 NAS sicherlich besser bedient. Der Server ist zwar leiser als mein Desktop Rechner – neben mein Bett stellen wollte ich das Gerät aber auch nicht.

Schlecht ist vor allem der billige Lüfter auf dem ASRock Mainboard, welcher schon beim anlaufen kratzende Geräusche von sich gibt. Die zwei Lüfter im Gehäuse sind auch nicht gerade sehr leise, können aber natürlich auch einfach gegen hochwertigere getauscht werden. Letzteres gilt selbstverständlich auch für den CPU Lüfter, welcher unter Umständen sogar ganz wegfallen kann.

Fazit

Natürlich habe ich mir anfangs auch überlegt einfach ein kleines NAS zu kaufen. Ist deutlich günstiger, schnell eingerichtet und für den technisch unbegabten Nutzer sicherlich die beste Lösung. Mit meiner Eigenbau Variante bin ich dafür aber deutlich flexibler, habe mindestens das Doppelte an Performance, mit ZFS ein “Rock Solid” Dateisystem und kann den Server in Zukunft natürlich bei Bedarf erweitern. Außerdem macht mir so etwas tatsächlich spaß ;)

Wer sonst noch Fragen hat -> einfach in den Kommentaren stellen.

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Category: Hardware, Privates, Software

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Autor: Nils

21 Responses

  1. Nils sagt:

    @Sascha: ~500€ | Das Gehäuse kostet allerdings schon fast 200€ ;)

  2. Patrick sagt:

    Moin Nils :)
    Sieht recht gelungen aus das Ganze, schade, dass MediaPortal nicht unter Linux läuft, sonst wäre bei mir auch Linux drauf.

    ZFS kannst du auch unter einem normalen Linux nutzen, ist nur ein bisschen mehr Aufwand am Anfang.

    Wenn du nach ‘nem leisen 40x40mm-Lüfter suchst, teste mal bitte den hier für mich: http://www.caseking.de/shop/catalog/Luefter/Noiseblocker/Noiseblocker-BlackSilent-Fan-XM2-40mm::12698.html :D

    Habe mehrere Stunden nach einem Lüfter gesucht und mir diesen rausgepickt, weil “relativ” gute Kühlleistung und leise – dann habe ich mir gedacht das leise surren meines HTPC (wie es jetzt ist) kann ich auch so aushalten :D

    Aber wenn du den vllt. sogar wirklich kaufst und ihn für sehr leise befindest, hol’ ich mir den auch :P

    P.S.: Kannst ja auch direkt meine HTPC-Kategorie verlinken =)

  3. Luca sagt:

    DAS ist mal ein Nerd-Spielzeug ;)

    Ich habe zwar auch einen Home-Server, allerdings wird der recht selten genutzt. Der häufigste Anwendungsfall davon ist wohl das Backup – wenn die anderen Familienmitglieder doch bloß technikaffiner wären…

  4. Matze_b sagt:

    Sehr schöner Bericht. Da kribbelt es in den Fingern ..
    War den eventuell auch mal NFS statt Samba ne Option, und wenn ja was war der Grund Samba zu nutzen. Ich lese immer wieder NFS sei noch ein wenig schneller als Samba. Die Frage geht auch an alle anderen: NFS/Samba
    Matze

  5. Patrick sagt:

    @Matze_b:
    NFS = Linux
    SAMBA = Windows

    Oder ist mir da in letzter Zeit was entgangen und man kann NFS auch ohne Zusatztools unter Windows nutzen?

  6. Matze_b sagt:

    @Patrick:
    Na ja eingebaut ist es noch nicht. Aber es gibt was von Microsoft, nennt sich Windows Services for UNIX. Siehe: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=896C9688-601B-44F1-81A4-02878FF11778&displaylang=en
    Ist wirklich unkompliziert. Sieht dann in der Netzwerkumgebung so aus: http://bigpichost.com/files/nfs_u3khg_mfshqmcz.png
    Netzlaufwerke einrichten und freuen.

    Matze

  7. Nils sagt:

    @Patrick: Nicht das jemand das falsch versteht: BSD != Linux -> ich könnte nicht mal xbmc installieren. Allerdings reicht mir meine xbox grad noch vollkommen aus (hängt eh an einem recht alten Fernseher) und der Server dient ja hauptsächlich zum Bereitstellen der Daten.

    ZFS unter Linux ist nur mittels Fuse möglich und läuft somit im Userspace. Dem vertraue ich nicht so gerne meine Datensicherung an, auch wenn viele das sogar erfolgreich einsetzen. Außerdem hast du dann bei weitem nicht alle ZFS Features zur Verfügung.

    Wenn ich mir mal einen neuen Lüfter kaufen sollte, sag ich dir bescheid ;)

    @Luca: Meine Familie ist alles andere als Technikaffin ;)

    @Matze_b: Welches Protokoll nun schneller ist, kommt wohl immer ganz auf die verwendete Umgebung an (sagt auch die Samba Doku). In gemischten Netzwerken mit Windows und Unix ähnlichen Systemen kommt allerdings meist Samba zum Einsatz. Wollte den Unterschied aber auch mal testen. NFS/SMB-Shares kann ich auch mit nur einem ZFS-Befehl auf der Kommandozeile einrichten :)

  8. Patrick sagt:

    @Nils: schlimm wie wenig du mir zutraust :D
    Dass BSD ein Unix-System ist weiß ich durchaus :P
    Hmm was hast du gegen ZFS im Userspace. Sag bloß, du hast damals auch nicht dem ntfs-3g-Treiber vertraut =)

  9. Nils sagt:

    @Patrick: Ist mir schon klar -> schlimm wie sehr du auf dein Image bedacht bist ;)
    Bei deinem ersten Kommentar hätte nur eben jemand mit nicht ganz so viel Ahnung vermuten können, es handle sich um ein Linux System.

    ntfs-3g würde ich nie zur Datensicherung verwenden. Für den Zugriff auf die Windows Systempartition ist das natürlich vollkommen in Ordnung ;)

  10. Patrick sagt:

    Ich bin halt eitel xP

  11. Jeffrey sagt:

    Das ZFS in Zusammenarbeit mit FreeBSD hört sich sehr interessant an.

    Habe bis jetzt noch nie mit FreeBSD gearbeitet, das muss ich demnach mal ändern :)

    Aber auch im Allgemeinen, mir gefällt deine Hardware / Software Kombination, gute Arbeit!

  12. Markus sagt:

    Interessant wäre, wenn du den WattVerbrauch angeben könntest.

    LG,
    Markus

  13. Hannes sagt:

    Passt mir gerade.
    Wollt mir auch einen Homeserver bauen :)
    Zwar mit anderem Inhalt, aber das Gehäuse sieht super aus.

    Der Verbrauch würde mir auch sehr interessieren.

  14. Nils sagt:

    @Markus/Hannes: Sofern ich da genaueres zu sagen kann, lasse ich es euch wissen. Den Theoretischen Verbrauch kann man natürlich recht schnell überschlagen. Die ION Plattform von Nvidia verbraucht aber noch weniger als die von Intel und ist zugleich sogar noch deutlich leistungsstärker. Du müsstest also schon auf sehr viel Performance verzichten um den Stromverbrauch noch weiter zu senken.

  15. [...] geräuscharme Lösungen ein. Große Daten wie Filme, Musik oder Backups landen auf meinen Server, wodurch ich auf Desktop und Notebook natürlich erheblich Platz spare und auch der Betrieb mit [...]

  16. [...] einige sicherlich wissen, habe ich schon etwas länger einen kleinen Server bei mir zu Hause stehen, der hauptsächlich als zentraler Speicherplatz (via SMB oder AFP) genutzt wird. Als [...]

  17. Markus sagt:

    Servus Nils,

    habe gerade sehr interessiert deinen Artikel gelesen. Bin im Moment auf der Suche nach einem Monitoring Tool für ZFS unter FreeBSD.
    Du schlägst hier Munin vor, was leistet das alles mit ZFS. Wird da z.B. eine E-Mail generiert falls eine der HDDs ausfällt? Das ist für mich ein todschlagargument, denn was nützt einem ein Raid wenn man nicht automatisch mitkriegt das eine der HDDs abgeraucht ist. Hast du das mit Munin oder einem anderen Tool gelöst?

    Viele Grüße
    Markus

  18. Nils sagt:

    @Markus: Munin bringt standardmäßig kein Modul zur Überwachung deiner ZFS-Pools mit. Es gibt zwar ein Plugin (selbst nicht getestet), allerdings wirst du hier natürlich auch nicht automatisch bei einem Fehler benachrichtigt:
    http://exchange.munin-monitoring.org/plugins/zfs-filesystem-graph/version/3

    Ich müsste eine ausgefallene HDD eigentlich durch die LED an der Vorderseite meines Gehäuses erkennen können. Eine richtig schöne Lösung scheint es also nicht zu geben. Das Einfachste wäre eventuell noch folgender Ansatz (zweite Antwort):
    http://serverfault.com/questions/191143/setting-up-an-email-alert-when-zfs-disk-fails-on-freenas

  19. brejoc sagt:

    Mit smartctl kann man sich, soweit ich mich recht erinnere, beim Versagen einer Platte eine Email senden lassen.