Sep 21, 2010 von Nils
SSD Kaufberatung – Worauf muss ich achten?
Wie vielleicht einige schon auf Twitter mitbekommen haben, bin ich nun auch seit ein paar Wochen im Besitz einer kleinen SSD für meinen Desktop Rechner. Ich möchte hier zwar keine direkte Kaufempfehlung aussprechen, dafür eher ein paar Punkte auflisten, an denen man sich gut beim Kauf eines solchen Datenträgers orientieren kann – denn eine SSD gehört nicht gerade zu den günstigsten Anschaffungen
Warum überhaupt eine SSD kaufen?
Das habe ich mich natürlich auch gefragt und mir im Vorfeld viele Benchmarks und Erfahrungsberichte aus Blogs und Co. angesehen. Letztere waren durchweg mehr als positiv, trotz des hohen Anschaffungspreises.
Mittlerweile kann ich aus eigener Erfahrung sprechen und das positive Feedback durchweg bestätigen. Mein Rechner ist eigentlich schon zwei Jahre alt, also nicht gerade als State of the Art zu bezeichnen. Seitdem ich die SSD als Systemplatte verwende, erkenne ich das System (Win7 Pro x64) kaum wieder. Angefangen bei der Bootzeit über das Starten von Programmen bis hin zu kleinen Details wie Systemdialogen, fühlt sich alles einfach enorm schnell an. Firefox startet ohne jegliche Verzögerung, den Word Startbildschirm habe ich seitdem auch nie mehr gesehen, und das bei einem System mit veraltetem Athlon X2 Prozessor und 2GB RAM.
Um die Euphorie zumindest ein wenig zu bremsen:
Sind einmal alle Programme gestartet, ist der Unterschied zur normalen HDD natürlich kaum zu merken. Wer seinen Rechner also im 24/7 Betrieb laufen lässt, wird den Unterschied dementsprechend selten wahrnehmen.
Wie viel muss ich in eine gute SSD investieren?
Der Preis einer SSD steigt signifikant mit dem gebotenen Speicherplatz. Eine SSD, welche lediglich System und installieret Programme, aber nicht alle großen Daten beherbergt, muss zum Glück auch nicht viel Speicherplatz bieten. Ich selbst habe 60GB für mein System zur Verfügung, würde aber auch sehr gut mi 40GB zurechtkommen. Hier muss jeder selbst wissen, wie viel Platz im Alltag wirklich benötigt wird.
Neben Speicherplatz spielt auch, wie zu erwarten, Qualität eine große Rolle beim Preis. Viel spielt sich hier beim verbauten Speichercontroller ab. Um euch stundenlange Vergleiche zu ersparten, spreche ich einfach zwei Empfehlungen aus.
Lange Zeit hat Intel das Feld mit seinen SSDs und hauseigenem Controller dominiert. Mittlerweile schlagen sich aber auch günstige Alternativen mit verbauten Sandforce Controller in diversen Testberichten erstaunlich gut und schneiden in vielen Bereichen sogar besser ab. Trotzdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Intels SSDs nicht umsonst so beliebt sind und sich vor allem bereits im längeren Einsatz bewährt haben.
Einsteiger SSDs mit besagtem Sandforce Controller und 60GB gibt es bereits ab 130€ aufwärts. Bei Intel gibt es im Prinzip nur die Wahl zwischen der günstigen 40GB X25-V für rund 100€ oder der nächst höheren 80GB X25-M, welche aktuell stolze 190€ kostet. Die 40GB Version ist das günstige Einstiegs Modell von Intel (V = Value Series) und dementsprechend langsamer, auch als vergleichbare SSDs mit SF-1200 Controller von Sandforce.
Kaufempfehlung
Nun zum spannenden Teil, der Kaufempfehlung selbst. Ich habe mich aufgrund gutem Preis-Leistungs-Verhältnis für eine OCZ Vertex2 60GB mit Sandforce SF-1200 Controller entschieden. Hier stimmt einfach der Preis von ca. 130€ und die dafür außerordentlich gute Leistung – nicht nur in diversen Testberichten, sondern auch auf meinem System im alltäglichen Gebrauch. Wer mehr verlangt, sei es nur Speicher oder für das gute Gewissen, greift zur Intel X-25M. Mit letzterer greift man gleichzeitig auch etwas tiefer in die Tasche, macht aber definitiv nichts falsch und bekommt eine Erstklassige SSD aus dem Hause Intel.
Weit unter 100€ würde ich mich aktuell bei einer solchen Investition nicht bewegen. Intels X-25V ist aber für Einsteiger trotzdem zu empfehlen. Oftmals ist sogar der Speichercontroller (besonders in Notebooks oder auf älteren Mainboards) am Ende der Flaschenhals, welcher die Performance der SSD ausbremst und den Mehrwert der teureren Version somit hinfällig macht.
Fazit
Ich würde mir keinen neuen Rechner mehr ohne SSD zusammenstellen. Hat man sich einmal an die Vorzüge eines extrem schnellen System Datenträgers gewöhnt, möchte man keinen Schritt mehr zurück wagen. Das wird mir wohl auch jeder bestätigen, der selbst mit SSD unterwegs ist. Preislich bewegt sich die Investition zumindest im Verhältnis zum gebotenen Mehrwert im akzeptablen Bereich.
Disclaimer
Mir ist bewusst, dass ich hier keine lückenlose Kaufberatung geschrieben habe. Für letzteres darf sich jeder bei den üblichen Portalen informieren und sich durch detaillierte Benchmarks quälen. Ich hoffe aber zumindest beim ein oder anderen ein wenig Licht ins Dunkel gebracht zu haben. Mir hätte solch ein Beitrag im Vorfeld zumindest etwas Zeit erspart.
Fragen können wie immer gerne in den Kommentaren gestellt werden
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Hmm – ich denk ja auch da dran (beim jetzigen Rechner) in Frage käme die OCZ mit 60 oder die Intel mit 80 GB – 40 wären mir zu knapp.
Das wären entweder so 137,-/60 GB oder um 200,-/80 GB. Vom Preis pro GB her so 2,30 zu 2,50. Hmm, hmm.
Wahrscheinlich wäre die OCZ die bessere Wahl. Die 60 GB reichen, und ca. 60,- weniger ist auch ein Wort.
Wenn das so ist, wie du darstellst: beim Starten sauschnell, hinterher kein großer Unterschied – das käm mir schon gelegen. Weil ich z.B. den FF nicht dauernd laufen lass, sondern immer wieder zumache. Oder bei OpenOffice, da nervt mich das Starten schon was – obwohl das viel schneller geht, als beim alten Rechner.
Ich werde mal in mich gehen müssen – wegen den 137,-…
Wenn ich mich durchgerungen habe, werde ich das hier vermelden!
Der Satz ist mir am Liebsten: “Ich würde mir keinen neuen Rechner mehr ohne SSD zusammenstellen.”
Dem kann ich mich voll und ganz mit meiner Intel X25-M 80GB anschließen
Wenn Photoshop CS5 in nur 7 Sekunden (erster Start) und sagenhaften 3 Sekunden (zweiter Start) startet, dann muss man wohl nicht mehr viel sagen
Die OCZ Vertex 2 60GB hat einen Sandforce 1200 Controler.
Hier eine Übersicht inklusive Test
http://www.computerbase.de/artikel/laufwerke/2010/test-
ocz-vertex-2/#abschnitt_modelluebersicht
Unterschiede zwischen 1200 und 1500 sind marginal. Siehe Anandtech, King of Spezi-Wissen:
http://www.anandtech.com/show/3661/understanding-sandforces-sf1200-sf1500-not-all-drives-are-equal
hmm. Hab den Artikel _noch_ nicht gelesen.
Aber vlt. solltest du mal die Trim-”Problematik” erwähnen, denn soweit ich weiss gibts für Crucial und Sandforce-Laufwerke noch kein Trim-Tool.
Sprich: Betrieb nur mit msahci und/oder Intel RST (und Windows 7). Mit AMD Controllertreiber trimt nichts und auch unter Mac nicht, soweit ich weiss.
@p: Bei Windows 7 ist Trim eh mit im System eingebaut. Die hier angesprochenen SSDs haben das Feature aber bereits im Controller integriert. Zu einem Kauf einer günstigen SSD ohne Trim würde ich eben auch nicht raten
Herrjehmineh – jetzt muß ich auf den Thunderbird 3 OT schimpfen! Hartnäckig verschiebt der die Benachrichtigungsmails von dir in den alten Ordner, und nicht in den neuen. So´n Ärger, grins!
Obwohl ich den Filter bestimmt schon 5x aktiviert hab. Wenn ich den hauen könnte, würd ichs tun!
Muß ich mich da doch mal näher mit beschäftigen, grummel. Kruzifix!
@nixdagibts: Oh, danke für die Korrektur! Der SF-1500er Controller wird tatsächlich erst in der teureren Pro Version verbaut. Bin ich wohl selber durcheinander gekommen.
@Nils, ja Windows 7 kann Trim, aber nur mit dem richtigen Controller-Treiber. Und das ist im Moment nur der RST von Intel und der “hauseigene” msahci von Microsoft. Ältere Controller-Treiber von Intel, sowie alle AMD- oder sonstige (JMicron) haben meines Wissen keine Trim-Unterstützung.
SF, Crucial und Intel können alle Trim. Die Intel hätte dank der SSD Toolbox die Möglichkeit sogar unter XP (oder unter Windows 7 mit “falschen” Controllertreiber) zu trimmen (manuell), Crucial und SF nicht.
Hallo Nils!
Du solltest gerade vor einer Kaufempfehlung deutlich machen, dass SSD nicht gleich SSD ist, und eine SSD per se nicht gleichbedeutend ist mit einem rasend schnellen Speicher.
Denn das, was Du nicht angesprochen hast, sind die Lese- und Schreibraten der Platten, letzten Endes also der Ursprung dessen, was die Platte und das System schnell(er) machen. Und damit also nicht wirklich unerheblich ist.
Hast schon recht, das kann man alles in Benchmarks nachlesen, aaaaber darauf hinweisen sollte man schon.
Jetzt sind die Preisunterschiede nicht mehr all zu groß, wenn man bis zu 128 GB hoch geht, daher habe ich vorhin mal aus dem Shop von Alternate.de alle 2,5 SSD-Platte aufgelistet und auseinander gezogen, damit man sie gesondert sortiert und gefiltert ansehen kann.
Dazu habe ich eine Liste in den Google Docs erstellt. Leider kann sie – anders als das ‘richtige’ Excel – noch keine AutoFilter-Funktion, aber das kann sich ja ein jeder von Hand sortieren oder in Excel reinkopieren.
Eine Übersicht findet ihr hier:
https://spreadsheets.google.com/ccc?key=0AtgJ1JiKC9e_dHR5eXpmUER0WjFiakRsa3hmbXJObmc&hl=de&authkey=CN3kvLgC
Was übrigens für ein voll ausgestattetes System noch von Vorteil ist oder sein könnte, wäre eine Hybrid-Lösung aus SSD & HDD, und zwar aus dem Grund, dass man nicht so häufig benötigte Daten dort ablegen kann und deutlich mehr Platz zur Verfügung hat. Alles, was schnell verfügbar sein muss wie eben das System und Auslagerungsdateien etc. könnte man eben auf die SSD packen. Es gibt da wohl ein paar Kniffe, denen man nachgehen sollte, wenn man W7 installiert um – wie gesagt – bestimmte Daten auszulagern und andere im schnelleren Speicher zu belassen.
Viel Spaß!
Tobias
@Tobias Heyl:
1) da hast du dir schöne Mühe gegeben – aaber warum in Google? Wie läd man das überhaupt runter? Und sag nicht: “Kann man ja auf der Seite sehen!” – sicher kann man das. Aber so´n schönes Dokument möcht ich mir lieber runterladen. Naja, ich habs doch geschafft – mit “PDFit”.
2) wenn ich mir ne SSD kauf, kommt da nur das System und die “normalen” Progs drauf. Irgendwelche Daten von mir kommen garnicht auf die Systempartition – auch jetzt nicht. Da ist nur das noch drauf, was Win und diverse Progs abspeichern. Die “Eigenen Dateien” + Bibliotheken benutz ich überhaubt nicht.
Ich hab also nie daran gedacht, NUR SSD, sondern zusätzlich fürs System. Das andere auf die normale HDD.
@Tobias: Danke für die Ergänzung, allerdings gehe ich in dem Artikel bereits davon aus, dass die Vorteile einer SSD im Bezug auf Lese- Schreibraten und Zugriffszeit bekannt sind. Der Beitrag dient eher zum erleichtern der Kaufentscheidung
Die SSDs in deiner Tabelle sind zwar allesamt recht günstig, allerdings handelt es sich auch meist um die langsameren Modelle des Herstellers.
Eine Hybrid-Lösung setze ich hier natürlich auch ein. Die SSD dient nur als Datenträger für das System und die installierte Software – der Rest landet auf der alten HDD
@JürgenHugo: Besten Dank, aber jetzt hast DU Dir viel Mühe gegeben
Wenn Du im Google Doc bist, kannst Du in der Menüleiste auf “Datei” → “Herunterladen als” klicken, da stehen Dir ein paar Auswahlen zur Verfügung. Und hochgeladen habe ich es deswegen dort, weil ich von hier keinen Zugriff auf meinen Webspace habe und überhaupt einfach, weil ich das Freigeben von Dokumenten über Docs testen wollte
@Nils: Hast ja auch nicht unrecht, überhaupt kommt wohl jemand auf die Seite, weil er schon gezielt nach Informationen sucht. Bin zwar irgendwie zufällig hier gelandet, fand’ es aber lustig, da ich mich gerade selbst mit diesem Thema befasse (habe aber selbst noch keine eigene SSD).
Stimmt auch mit der Geschwindigkeit. Es sind keine Festplatten mit SLC-Chips, aber die gibt es auch noch lange nicht unter 300.- EUR – jedenfalls nicht in dieser Größenordnung. Aber die von Dir gekaufte Platte sticht schon heraus, es gibt auch deutlich langsamere Platten, bspw. sogar die Intel X-25M. Hast auf jeden Fall die richtige Wahl getroffen …
Ich überlege an dieser Stelle übrigens, eine Gesamt-Auflistung zu machen, ist mit relativ viel Aufwand möglich, dann kann man auch über die Größenordnungen hinweg sortieren (und ja, das kann ich dann gerne auch als XLS-Datei bereitstellen)
Danke natürlich trotzdem für die Zusammenfassung, die ist allemal hilfreich!
Nils, hast du mal deine Festplatte gebenchmarkt? Ich habe mit meiner Intel X25-M rund 200MB/s lesend (unter Windows). Ubuntu zeigt mir nochmal wesentlich mehr an (bis rund 285MB/s lesend): http://www.techspread.de/4380/festplatten-benchmarken-unter-ubuntu
Unter Windows hatte ich mit ATTO gebenchmarked, soweit ich das noch im Kopf habe.
@Patrick: Hab grad mal einen durchlauf mit ATTO gemacht. Alles auf den Standard Werten gelassen:
http://webdomination.de/up/benchmark.png
@Nils:
Auch du hast dir ordentlich Mühe gegeben – jetzt kann ich das schon deutlich besser einschätzen. Ich glaub, ich werd mir “deine” Festplatte auch kaufen. Die 60 GB langen mir fürs System und die Progs. Ich hab im Moment knapp 30 GB, kann aber noch ein wenig “ausmisten”. Bis zu den 80% (48 GB) hab ich dann ja noch reichlich Spielraum – Daten von mir kommen ja eh nicht drauf.
@Tobias:
Tja, wenn man das nicht weiß (mit der Menüleiste), dann kann mans nich so runterladen. Jetzt weiß ichs ja – man lernt auch in hohem Alter noch was dazu!
PS: Von Excel (bzw. Calc in OO) – da hab ich “0″ Ahnung – ich brauch sowas normal nicht. Deswegen hab ich mir da auch nix angeeignet. Haupsache, OpenOffice macht alles schön auf. Von den Funktionen nutz ich keine 5%.
@Nils: Hmm nicht schlecht, die SSD muss ich mir merken.
Krasse Schreibwerte. Lesend ist meine vor allem bei kleineren Blöcken aber immer nen Tick besser: http://img821.imageshack.us/img821/9846/atto.png
Wieviel kost eine 80GB-Variante von der die du hast? Wenn die inzwischen bezahlbar sind, kann ich die ja auch weiterempfehlen
Gesagt, getan … ich hatte ein bisschen Zeit und Laune obendrein, jetzt ist die Übersicht komplett UND sogar als sortierbare Excel-Liste verfügbar.
Download-Link: http://www.2shared.com/document/L957ryFe/SSD_25-Alternate.html
Wie gesagt, es handelt sich nur um die Liste, die 2,5″ SSDs zeigt, und auch nur bei alternate.de – ich denke es ist fast schon unmöglich, alle Varianten unter einen Hut zu bringen, weil es außer 2,5″ auch 1,8″ und 3,5″ gibt und obendrein gibt’s die sogar mit IDE-Anschluss oder als PCI-Controller etc. – ein Tohuwabohu sondergleichen.
Stand heute, ohne Gewähr und leider ohne Shop-Links (sorry, aber das wäre echt zu viel Arbeit gewesen). Viel Spaß und bei Fragen … nur her damit (E-Mail Adresse ist auch im Dokument)
@Patrick: Ja, die Schreibwerte sind immer deutlich besser als bei den Intel SSDs, dafür aber eben bei den kleinen Blöcken nicht ganz so stark, genau wie das der Vergleich hier auch zeigt
Die nächst größere hätte schon 90GB und kostet grad etwa 170€
@Tobias: Danke für die Zusammenfassung. Das könnte dem ein oder anderen hier bestimmt behilflich sein
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