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FreeNAS im ausführlichen Praxistest

freenas-thumb Wie bereits vor ein paar Tagen angekündigt, folgt nach der kurzen Einleitung in FreeNAS heute mein ausführlicher Bericht zum NAS-Betriebssystem. Eingeteilt ist das Ganze in die wesentlichen Punkte, von Installation über Einrichtung bis hin zur Performance des Systems und natürlich einem kurzen Fazit.


Ausgangssituation

Hier hat sich zum vorherigen Setup nichts verändert. Als Hardware kommt weiterhin eine Intel Atom 330 CPU, 2GB DDR3 RAM und für das RAID 3x1TB Festplatten von Western Digital und Samsung zum Einsatz. Nähere Details gab es bereits in einem vorhergehenden Artikel.

Installation

Da FreeNAS letztendlich auch nur auf FreeBSD basiert, bietet auch dieses Projekt praktischerweise eine Live-CD zur Installation des Systems an. Wurde von der CD gebootet, kann FreeNAS bereits getestet und wenn gewünscht auf einen Datenträger fest installiert werden.

freenas

Der Screenshot zeigt bereits das fertig installierte System. Normalerweise würde sich in der Liste noch ein Punkt zur Installation befinden. Als Installationsmedium dient entweder eine Festplatte oder ein ganz gewöhnlicher USB-Stick bzw. Speicherkarte. Letzteres bietet vor allem den Vorteil, nicht einen S-ATA-Port für das Boot-Medium verschwenden zu müssen.

Zudem steht dem Nutzer zur Wahl, ob das System auch als Teil der Datenfreigabe oder vollkommen autark installiert werden soll. Ich habe mich bei meiner Installation für letzteres entschieden, da ich das System lieber von meinen Daten und dem Software RAID getrennt haben möchte.

Der Installationsprozess ist aufgrund des schlanken Systems unglaublich schnell. In meinem Fall ist bis zum Neustart nicht mal eine Minute vergangen.

Erste Schritte im Webinterface

Einer der Hauptgründe, warum ich FreeNAS als Alternative zu meinem vorherigen FreeBSD Setup testen wollte, ist die erleichterte Administration via Webinterface. Die IP-Adresse sollte FreeNAS im Idealfall bereits selbstständig über DHCP erhalten haben und auf der Konsole beim ersten Start einblenden.

freenas_login

Der erste Login erfolgt über den vorkonfigurierten Admin Account mit dem Standardpasswort ‘freenas’. Anschließend begrüßt den Nutzer die Startseite mit einem Überblick über die gegebenen Serverdaten und der momentanen Auslastung des Systems.

freenas_webinterface_home

Alle wichtigen Punkte zur weiteren Konfiguration des Servers sind über die Menüleiste im Kopfbereich der Seite zu erreichen.

freenas_menu

Um nun auch endlich die gewünschten Netzwerkfreigaben einrichten zu können, sollten zunächst alle Festplatten formatiert und zum gewünschten Software-RAID zusammengeführt werden.

Festplatten Einrichten

freenas_disks

Die nötigen Schritte zur Formatierung und in meinem Fall, dem Aufsetzen eines ZFS-Pools mit einem Raidz, sind weitestgehend selbsterklärend – hier führt das Webinterface mit entsprechenden Hinweisen Schritt für Schritt zum gewünschten Ziel.

freenas_disk_manager

Neben dem von mir bevorzugten ZFS RAID wird natürlich auch ein ganz normales Software RAID angeboten. Zusätzlich ist sogar bei beiden RAID-Formen noch eine Verschlüsselung der Festplatten möglich, was ich bisher aber noch nicht getestet habe, da es hier besonders auf einem schwächeren System Einbußen in der Gesamtleistung geben würde.

Das Einrichten der Freigaben

Nun kommt endlich der spannende Teil und meiner Meinung nach das Herausstellungsmerkmal von FreeNAS : Das einrichten der Freigaben über das Webinterface.

freenas_services

Alle vom System unterstützten Dienste finden sich im entsprechenden Reiter der Menüleiste. Soll also eine typische Windows Netzwerkfreigabe eingerichtet werden, benötigen wir den Punkt CIFS/SMB.

freenas_Samba

Ist der Dienst aktiviert, kann dieser noch weiter an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. In den meisten Fällen reichen aber bereits die gegebenen Voreinstellungen.

freenas_shares

Nachdem der Dienst aktiviert wurde, ist natürlich noch mindestens eine Freigabe hinzuzufügen. Auch für die Freigaben gibt es wieder diverse Einstellungsmöglichkeiten, auf die ich hier aber nicht gesondert eingehen möchte, da eine Rechtevergabe für Benutzer und Gruppen sehr individuell ist.

freenas_shares (2)

Weitere Schritte sind für eine einfache Netzwerkfreigabe bei FreeNAS nicht erforderlich. Wohlbemerkt wurde zu keinem Zeitpunkt auf der Konsole gearbeitet und alle nötigen Einstellungen direkt im Browser vorgenommen, wodurch viel Zeit und ebenso spezielle Kenntnisse für die Konfiguration der einzelnen Dienste erspart bleiben.

Performance über Samba und AFP

Was nützt mir eine einfache Einrichtung, wenn am Ende die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten nicht schnell genug ist? Auf meinem vorherigen System  hatte ich etwa konstante 40MB/s Datendurchsatz über eine Gigabit Ethernet Verbindung.

freenas_smb_speed

Leider kann ich diese Geschwindigkeit bisher unter FreeNAS zumindest über SMB in keinster Weise erreichen. Hier liegt der Schnitt bei rund 30MB/s, was zwar nicht unbedingt langsam ist, vergleicht man die Geschwindigkeit mit einem günstigen Fertig-NAS, allerdings zu viel Raum nach oben lässt, gemessen an der Hardware des Servers. Kopiert wurde übrigens von Server auf die SSD des Desktop Rechners.

Anscheinend handelt es sich in meinem Fall aber nur um ein Problem mit dem Samba Dienst. Greife ich von Mac OS via AFP auf die gleiche Freigabe zu, erreiche ich ganz locker 65MB/s, trotzdem hier vermutlich noch die 2,5” Festplatte des MacBooks der Flaschenhals ist und eine Steigerung nach oben durchaus möglich wäre.

Weitere Dienste von FreeNAS

Neben allen gängigen Netzwerkprotokollen wie Samba, AFP, FTP, TFTP liefert das Selbstbau NAS auch RSYNC Client und Server, Unison und sogar iSCSI initiator und target mit.

freenas_transmit_webinterface

Wie auch die meisten fertigen NAS-Systeme, bietet auch FreeNAS darüber hinaus noch zusätzliche Dienste an. Dazu zählen der Bittorent Client Transmission, UPnP Server (FUPPES), iTunes Server (Firefly) ein Webserver (lighttpd) und der Dienst Iperf zum Testen des Netzwerks.

Vorteile des Systems

Die Vorteile von FreeNAS gegenüber einer ganz normalen Linux- bzw. BSD-Serverumgebung liegen klar auf der Hand.

  • Schnelle Installation
  • Einfache Konfiguration
  • Übersichtliches Webinterface
  • Alle notwendigen Dienste sind bereits vorinstalliert
  • Flexibel und leicht erweiterbar

Eine ähnliche Funktionalität z.B. mit einem FreeBSD zu bewerkstelligen, ist zwar ohne Probleme möglich, erfordert aber weitaus mehr Zeit und Fachkenntnisse über das darunterliegende System, Netzwerktechnik und die einzelnen Dienste.

Nachteile des Systems

Zunächst fiel es mir wirklich schwer, klare Nachteile für FreeNAS zu finden und ich war (und bin noch immer) sehr begeistert, wie viel Arbeit das Webinterface spart. Dann habe ich versucht eine etwas komplexere Freigabe mit unterschiedlichen Rechten für diverse Nutzer und Gruppen einzurichten.

An dieser Stelle besteht leider noch ganz klar Nachbesserungsbedarf. Komplexere Szenarien mit Passwortabfrage für unterschiedliche Nutzer etc. sind schlichtundergreifend über das Webinterface unmöglich.

freenas_shell

Besonders schade fand ich, dass das System auf diesen Umstand zu keinem Zeitpunkt hinweist und das Webinterface suggeriert, alle Einstellungen wären auch über selbiges möglich.

Letztendlich musste ich dann doch SSH aktivieren, mich auf dem Server anmelden und einige Dinge von Hand erledigen. In diesem Moment verliert das schöne Webinterface natürlich an stark an Wert und ist teilweise sogar eher hinderlich, da manuell editierte Konfigurationsdateien automatisch wieder überschrieben werden.

Fazit

Wer schon immer mit dem Gedanken spielt, einen eigenen kleinen Server zusammenzustellen und hauptsächlich als zentralen Datenspeicher im Netzwerk einzusetzen, sollte FreeNAS auf jeden Fall in die engere Wahl ziehen. Von der schnellen Installation über die Konfiguration bis hin zur einfachen Wartung des Systems lassen sich kaum Nachteile finden.

Soll allerdings noch zusätzliche Software auf dem Server zum Einsatz kommen, ist das mit FreeNAS nur schwer zu realisieren, da sich das System ebene auf die Funktionalität als NAS konzentriert und an vielen anderen stellen stark abgespeckt ist.

Die teils schlechte Performance auf meinem System wird wohl ein individuelles Problem sein, das sich eventuell mit ein wenig Feintuning beseitigen lässt. Die Geschwindigkeit über AFP ist jedenfalls deutlich besser als noch auf dem alten System.

Insgesamt also von mir eine klare Empfehlung. Wer sonst noch weitere Fragen oder Ergänzungen hat, kann diese wie immer gerne in die Kommentare schreiben :)

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17 Responses

  1. ehs sagt:

    Wie versprochen :)
    Herzlichen Dank für deinen ausführlicheren Test, für mich sehr informativ und gut zu lesen.

    Mich würde noch interessieren wieso du das ZFS RAID bevorzugst.

  2. Matze_B sagt:

    Sehr schön, darauf hatte ich schon gewartet. Die Dienste lassen bei mir auch eigentlich keine Wünsche offen, alles da was im Fertig-NAS auch Standard ist. Eventuell hast du ja mal Zeit auch NFS Freigaben zu testen bzw. ausführlich das Thema NFS zu untersuchen. Vielleicht bist du damit unter Win auch schneller?
    Matze

  3. Nils sagt:

    @ehs: Danke dir! Also über ZFS könnte ich jetzt ganz lange was erzählen. Kurz gesagt: Sehr robust, flexibel und vor allem schnell aufgebaut und bei Datenverlust wieder zusammengeführt.
    Wenn du dich näher dafür interessierst, ist der Quick Start Guide aus dem FreeBSD Wiki sehr gut:
    http://wiki.freebsd.org/ZFSQuickStartGuide

    @Matze_B: NFS unter Linux kann ich aktuell zumindest unter realistischen Bedingungen schlecht testen. Unter Windows wollte ich das aber auf jeden Fall auch einmal ausprobieren, obwohl SMB in der Microsoft Welt normalerweise schon schneller sein müsste.

  4. [...] FreeNAS im ausführlichen Praxistest Könnte ich vielleicht bald [...]

  5. Predi sagt:

    Die schlechte Samba-Performance kann ich bestätigen. Das liegt am der uralten FreeBSD- und Samba-Version.

    Ich ziehe im Heimbereich einen richtigen FreeBSD-Server vor. Warum? Änderungen am Server mache ich alle paar Monate einmal. Dafür braucht es kein Webinterface. Ansonsten läuft die Kiste einfach.

  6. Nils sagt:

    @Predi: Überlege auch schon wieder auf eine richtige FreeBSD Installation umzusteigen. Schön bei FreeNAS ist eben die schnelle und stressfreie Konfiguration, allerdings ist die Samba Performance auf die Dauer doch etwas ernüchtern, auch wenn ich meist per AFP darauf zugreife.

  7. SooLoong sagt:

    hi Nils
    zu erst einmal ein grosses dankeschön für dein tut.

    Ich muss von mir erstelltes Betriebssystem als image im NAS-System hinterlegen und mit ein Software (noch kein plan welchen) die Image Firmenneue Rechner per Netrzwerk Installieren.

    Kannst du mir paar tips geben wie und mit welcher Softwar ich das am besten machen kann bei FreeNAS?

    Würde ich mich sher freuen wenn du mir dabei helfen kannst

    mfg
    SooLoong

  8. Nils sagt:

    Ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstehe. Möchtest du das Betriebssystem zentral auf dem NAS hinterlegen und dann für die Installation via Netzwerk darauf zurückgreifen oder eine Sicherung der einzelnen Rechner zentral hinterlegen und von dort wieder zurückspielen können?

  9. SooLoong sagt:

    @Nils
    Also mein Projekt ist ein NAS-System aufbauen und dort die von mir fertig erstellte Abbilder von verschiedenen Betriebssystemen mit Sysprep erstellten Image auf NAS raumspielen um per Netzwerk die Firmenneuen Rechner die gewünschten Abbilder booten und installieren.

    Für die Image verteilung hab ich Acronis True Image ausgesucht.

    Im grossen und ganzen ist das mein Projekt für IHK.
    Ich fange nächste Woche damit an und wollte schon mir biuschen vor Informieren :) und entschied mich für FreeNAS da das das Kostengünstigste ist.

  10. SooLoong sagt:

    ####Nils
    …zentral auf dem NAS hinterlegen und dann für die Installation via Netzwerk darauf zurückgreifen…####

    ja so hab ich mir das vorgestellt.

    Im eigenen Netzwerk.

    5-7 Rechner(1.NAS), Switch, und damit soll ich das realisieren.

  11. Nils sagt:

    Ja, das sollte mit der Konfiguration recht stressfrei funktionieren. Jeffrey hatte auch mal eine kleine Einleitung zu FreeNAS geschrieben:
    http://infoblog.li/computer-mit-freenas-zum-eigenen-nas-umbauen/
    Wenn sonst noch Fragen aufkommen, kannst du mich auch gerne per Mail anschreiben :)

  12. SooLoong sagt:

    Morgen

    folgendes, ich hab den freenas jezt laufen und die dienste CIFS/SMB, FTP, SSH hinzugefühgt. Im monet klapt das das ich Daten hoch und runterladen kann.

    Meine nächste frage ist ob FreeNAS auch DHCP unterstützt, also eigenen DHCP hat? Nach meiner info brauch ich das das ich über Netzwerk meine image booten kann und TFTP aber das hab ich gesehn bei Dienste das er das hat.

    Meine frage wie kann ich vom neuen rechner ohne BS via BXE auf FreeNAS zuzugreifen und die BS-Image booten und installieren?

    Acronis hilft mir hier nicht weiter.

    hast du eine deutsche anleitung der nähere beschreibung für die dienste hat?

    mfg

  13. SooLoong sagt:

    ps: wo steht deine email adresse? :)

  14. Nils sagt:

    FreeNAS unterstützt von Haus aus noch kein DHCP, kann diesen Dienst aber wohl nachträglich einrichten. Wenn du einen separaten DHCP-Server hast, kannst du diesen natürlich ebenso verwenden.
    Habe mal kurz gesucht und eine Anleitung zu PXE via FreeNAS gefunden:
    http://sourceforge.net/apps/phpbb/freenas/viewtopic.php?f=15&t=8043

    Hier wäre das ganze für Debian erklärt:
    http://michael.stapelberg.de/Artikel/Debian_via_PXE_installieren

    Mail-Adresse findest du auf der About Seite ;)
    http://www.webdomination.de/about/nils/

  15. SooLoong sagt:

    hi
    freenas steht.
    schlag mich grad mit sysprep durch :(

    darf man überhaupr freenas für gewerbliche zwecke nutzen?

  16. Naasy sagt:

    Hallo Nils,
    da ich mir gerade ein nas bauen möchte, bin ich über google auf deine seite gekommen.
    Danke schon mal für deinen test.
    Als Betriebssystemen wollte ich auch freenas testen bzw. als erstes wollte ich opensolaris verwende mit zfs. Das soll angeblich schneller mit Samba sein. Hast du da zufällig erfahrung mit?

    MfG

  17. Nils sagt:

    @Naasy: FreeNAS finde ich als Projekt weiterhin interessant, nur scheitert es bei mir leider an kleinen Details wie dem Webinterface (auch in der neuen Version). Ich betreibe den Server schon länger wieder unter FreeBSD und bin damit extrem zufrieden.
    Bei OpenSolaris hast du nur leider keinen support mehr, da das Projekt doch Ende letzten Jahres eingestellt wurde? Bei der Samba-Performance habe ich leider keinen direkten Vergleich gegenüber anderen Systemen – generell ist die Übertragung via AFP bei mir deutlich schneller.